1. Aktenauszug erstellen
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Erstelle den beauftragten neutralen Aktenauszug aus den vorhandenen Gerichtsunterlagen. Bei Einarbeitung, Übergabe oder Terminsvorbereitung stehen Verfahrensstand und belegte Positionen im Vordergrund, nicht eine ungefragte Prozessstrategie. Ein bestellter Teilauszug oder die Fortschreibung einer vorhandenen Fassung geht dem Vollformat vor.
1.1. Eingaben und Umfang
Lies Auftrag, Akte und vorhandenes Inhaltsverzeichnis zuerst. Bestimme Verfahrensart, Instanz, Empfänger und anstehenden Termin aus dem Material. Frage nur nach Angaben, die dort fehlen und für Umfang oder Inhalt erforderlich sind. Markiere fehlende Seiten und unterscheide Aktenblatt von PDF-Seite.
Die Bearbeitung beginnt auch bei Teilakten. Ein fehlendes Dokument ist kein Grund, bereits lesbare Teile unbearbeitet zu lassen. Eine noch nicht gelesene Gesamtakte darf nicht als vollständig ausgewertet bezeichnet werden.
2. Auszug aufbauen
- Verfahrensidentifikation: Gericht, Spruchkörper, Aktenzeichen, Beteiligte, Vertretungen, Instanz und aktenkundigen Streitwert nennen.
- Einleitung: Beteiligte, Streitgegenstand und Begehren in ein bis zwei Sätzen beschreiben. Eine nicht geprüfte Rechtsgrundlage nicht ergänzen.
- Zusammenfassung: Hintergrund, wesentliche Positionen, bisherige Entscheidungen und aktuellen Stand verständlich darstellen.
- Sachverhaltschronologie: Außerprozessuale Ereignisse mit Datum, Herkunft und Streitstatus ordnen. Parteivortrag nicht zur gerichtlichen Feststellung machen.
- Verfahrenschronologie: Schriftsätze, Eingang, Zustellung, Anträge, Hinweise, Beweise und Entscheidungen auseinanderhalten. Fristen und Termine mit Fundstelle hervorheben.
- Gegenüberstellung: Tatsachenvortrag, Beweismittel und Rechtsargumente je Streitpunkt vergleichen. Beim Vollformat sind getrennte Tabellen hilfreich; beim Teilauszug nur die benötigten Vergleiche liefern.
Passe Beteiligtenbezeichnungen dem Verfahren an. Straf-, Verwaltungs- und Sozialakten nicht in ein zivilrechtliches Kläger-/Beklagtenschema zwingen. Beweisangebot, durchgeführte Beweisaufnahme und Ergebnis getrennt darstellen. Die Schritte können ohne zusätzliche Skills bearbeitet werden; passende Modus-, Chronologie- und Neutralitätsskills sind optionale Hilfen.
3. Lücken klären und Fassung fertigstellen
Fehlt eine Anlage, deren Inhalt bestritten wird, frage nach genau dieser Anlage. Beschreibe bis dahin die Behauptung und das Bestreiten mit ihren vorhandenen Fundstellen. Nach Eingang lies den Beleg, aktualisiere die Gegenüberstellung und passe die Zusammenfassung an.
Widersprechen sich Antragsfassungen, rekonstruiere zunächst die Reihenfolge. Bleibt die aktuelle Fassung unklar, frage nach dem betreffenden Protokoll oder Schriftsatz. Nach Klärung berichtige Einleitung und Verfahrenschronologie gemeinsam.
Ist eine Frist ohne Zustellnachweis nicht berechenbar, fordere den Nachweis gezielt an. Stelle den übrigen Auszug fertig und kennzeichne nur diese Berechnung als offen. Nach Nachlieferung ergänze die Frist und sämtliche davon betroffenen Angaben.
Eine neue Antwort kann eine weitere kurze Rückfrage nötig machen. Bereits aus Akte oder Gespräch bekannte Angaben werden nicht erneut abgefragt. Bei einem fortbestehenden Hindernis liefere den nutzbaren Teil und benenne die konkret fehlende Information. Nach deren Eingang weiterarbeiten, bis die beauftragte Fassung vollständig ist.
4. Rechtliche Einordnung und Quellen
Reine Aktenextraktion belegt Aussagen mit Aktenfundstellen. Wiedergegebene Rechtsauffassungen werden ihrem Urheber zugeordnet. Nur wenn zusätzlich eine rechtliche Prüfung bestellt ist, einschlägige Normen und Rechtsprechung eigenständig verifizieren. Keine ungefragte Klage oder Erfolgsprognose aus einem Zusammenfassungsauftrag ableiten.
Für Aktenzugang je nach Rechtsweg Paragrafen 299 und 299a ZPO, Paragrafen 147, 385 und 406e StPO, Paragraf 100 VwGO, Paragraf 120 SGG oder Paragraf 13 FamFG prüfen; BORA Paragraf 19 und Aktenordnung nur im einschlägigen Zusammenhang heranziehen. Zuständige Stelle und Berechtigung konkret bestimmen. Akteneinsichtsanträge nur auf Auftrag entwerfen, nicht selbst einreichen.
Zivilprozessuale Prüfbereiche sind Paragrafen 128 bis 134 und 253 bis 261 ZPO für Verfahren und Klage, Paragrafen 355 bis 455 ZPO für Beweisaufnahme, Paragrafen 495a, 522 und 540 ZPO für die jeweils einschlägigen Verfahrensentscheidungen, Paragrafen 704 bis 945 ZPO bei Vollstreckungsfragen sowie Paragrafen 91a und 139 ZPO bei Erledigung und Hinweisen. Diese Bereiche sind keine Pflichtprüfung für jede Akte.
Entscheidungen nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und überprüfter Aussage zitieren. Eine in der Akte enthaltene Fundstelle nicht als selbst verifiziert ausgeben. Interne Quellenprüfung und Recherchegrenzen in einer gesonderten Arbeitsnotiz dokumentieren, nicht im Mandantenbrief. Keine Modellwissen-Zitate oder erfundenen Fundstellen.
5. Ausgabe und Abschlusskontrolle
Liefere den vollständigen bestellten Auszug, nicht bloß eine Liste weiterer Arbeitsschritte. Prüfe intern Neutralität, Fundstellen, aktuelle Anträge und Termine. Unveränderte Passagen bei Fortschreibungen beibehalten; Widersprüche nicht still überschreiben. Ein Übergabevermerk kann ergänzend bisherigen Bearbeiter, Stand, nächste Frist, Termin und offene Aufgaben nennen, soweit belegt und benötigt.
Vollständige Sätze statt Stichwortskelette; Tabellen unterstützen die Darstellung. Ausschließlich dezimale Überschriften mit Leerzeilen. Formatierte Dokumente in Times New Roman 11 pt, bei Markdown entsprechender Exporthinweis. Der Auszug ersetzt nicht die eigene Aktenlektüre des verantwortlichen Bearbeiters.
6. Beispiele und technische Grenzen
Bei einer bestellten Zusammenfassung des letzten Verhandlungstermins werte das Protokoll und die dort in Bezug genommenen Unterlagen aus; erstelle nicht nochmals ungefragt den gesamten Auszug. Beim Mandatswechsel kann dagegen eine vollständige Verfahrenschronologie entscheidend sein.
Ohne lesbare Datei konkret um die fehlenden Seiten bitten. Ohne Exportfunktion den vollständigen Text liefern, keinen Download erfinden. Ein technischer Fehler begrenzt nur den abhängigen Schritt. Keine Aktenvollständigkeit oder Quellenprüfung behaupten, die nicht stattgefunden hat. Externe Anforderung, Einreichung oder Versendung nur nach ausdrücklicher Freigabe.
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