/gewerblicher-rechtsschutz:markenrechtsverletzung-abmahnung

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Außergerichtliche Abmahnung bei Markenrechtsverletzung nach §§ 14, 15 MarkenG. Pflichtinhalte (Verletzungshandlung, Markenschutz, Unterlassungsanspruch, Schadensersatz, Anwaltskosten), strafbewehrte Unterlassungserklärung, Reaktion auf Berechtigungsanfrage, Verjährung. Use when ein Markeninhaber einen Verletzer abmahnen will oder eine erhaltene Abmahnung auf Substantiierung und Reaktion zu prüfen ist.

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Zweck

Die Abmahnung ist im Markenrecht das übliche Eintrittstor zum Unterlassungsanspruch. Formal mangelhafte Abmahnungen lösen keine Kostenerstattung aus und können einen Gegenanspruch wegen unberechtigter Schutzrechtsverwarnung auslösen.

Eingaben

  • Geschützte Marke (Wort-/Bildmarke, Eintragungsnummer, DPMA / EUIPO)
  • Verletzungshandlung (Wortlaut, Bilder, Domain, Verwendungsart)
  • Bekanntheit der Marke (Standard vs. bekannt § 14 Abs. 2 Nr. 3 MarkenG)
  • Verkehrskreise und Warenähnlichkeit
  • Vorgeschichte (frühere Abmahnungen / Berechtigungsanfragen)

Ablauf

1. Schutzrechtsstand prüfen

  • Markeneintrag (Klasse, Gebiet, Eintragsdatum)
  • Benutzungspflicht § 25 MarkenG (5-Jahres-Frist)
  • Anhängige Löschungsverfahren?
  • Geographischer Schutzbereich (DE / EU / WIPO)

2. Verletzungshandlung § 14 MarkenG

Tatbestände
  • § 14 Abs. 2 Nr. 1: Identische Zeichen + identische Waren = Doppelidentität
  • § 14 Abs. 2 Nr. 2: Verwechslungsgefahr (Zeichen- und Warenähnlichkeit)
  • § 14 Abs. 2 Nr. 3: Bekannte Marke, Ausnutzung oder Beeinträchtigung der Unterscheidungskraft / Wertschätzung
Ansprüche
  • Unterlassung § 14 Abs. 5 MarkenG
  • Schadensersatz § 14 Abs. 6 MarkenG (drei Berechnungsmethoden: konkreter Schaden, Verletzergewinn, Lizenzanalogie)
  • Auskunft § 19 MarkenG
  • Vernichtung / Rückruf § 18 MarkenG

3. Abmahnung — Pflichtinhalte

  • Genau bezeichnete Verletzungshandlung (Wortlaut, Schaltung, Datum, Beleg)
  • Markenrecht mit Eintragungsnummer
  • Unterlassungsverlangen + strafbewehrte Unterlassungserklärung zur Annahme (modifizierbar)
  • Frist zur Annahme (üblich: 1–2 Wochen; kurz, aber angemessen)
  • Anwaltskosten Erstattungsanspruch nach RVG (§§ 13 ff., Vergütungsverzeichnis)
  • Schadensersatzvorbehalt

4. Reaktion auf Abmahnung

ReaktionWirkung
Strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreibenWiederholungsgefahr entfällt; Vertragsstrafe bei Wiederholung
Modifiziert unterschreibenWirksamkeit hängt von der Reichweite ab
Negative FeststellungsklageWenn Abmahnung unberechtigt
SchweigenWiederholungsgefahr bleibt, Klage / einstweilige Verfügung droht

5. Berechtigungsanfrage (statt Abmahnung)

Reines Auskunftsersuchen ohne Drohung mit gerichtlichen Schritten: keine Anwaltskosten erstattbar, milderes Mittel.

6. Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung

Bei objektiv unberechtigter Abmahnung haftet der Markeninhaber dem Abgemahnten auf Schadensersatz (§§ 823, 826 BGB) und Unterlassung. BGH-Rspr.: hohe Anforderungen — der Abmahnende muss sich nicht zu „einer rechtlichen Würdigung in jedem Fall verpflichten lassen", soweit er einen vertretbaren Standpunkt eingenommen hat.

7. Verjährung

§ 20 MarkenG: 3 Jahre ab Kenntnis und Erhalt — sonst regelmäßige Verjährung nach BGB.

8. Sonderfall Domain-Verletzungen

Domain als markenmäßige Benutzung: BGH bejaht regelmäßig, wenn Verkehr Marke erkennt. UDRP / DENIC-Streitschlichtung als alternative Verfahren.

Quellen

Statute

Kommentare

  • Ströbele / Hacker, MarkenG, 14. Aufl. 2023
  • Ingerl / Rohnke, Markengesetz, 4. Aufl. 2022
  • BeckOK MarkenG (Online)

Rechtsprechung

  • BGH, Urt. v. 24.04.2014 – I ZR 22/13, NJW 2014, 3438 (Doppelidentität) [unverifiziert – prüfen]
  • EuGH, Urt. v. 18.06.2009 – C-487/07 (L'Oréal/Bellure) [unverifiziert – prüfen] (bekannte Marke)
  • BGH, Urt. v. 22.11.2007 – I ZR 60/05, GRUR 2008, 614 [unverifiziert – prüfen] (Abmahnung)

Ausgabeformat

ABMAHNUNG MARKENRECHTSVERLETZUNG — <Mandant Markeninhaber> — <Datum>

I.    Geschützte Marke
      Eintragungsnummer:              <DE / EUIPO Nr.>
      Wort/Bild:                      <…>
      Klassen:                        <…>
      Benutzungspflicht erfüllt:      [✓ / 🟡]

II.   Verletzungshandlung
      Tatbestand:                     [§ 14 Abs. 2 Nr. 1 / 2 / 3]
      Konkret:                        <…>
      Belege (Anlagen):               <…>

III.  Ansprüche
      Unterlassung:                   [ja]
      Schadensersatz Methode:         [Lizenzanalogie / Verletzergewinn / konkret]
      Auskunft § 19:                  [ja]
      Vernichtung / Rückruf:          [optional]

IV.   Strafbewehrte Unterlassungserklärung (Entwurf):
      <Wortlaut>

V.    Frist zur Abgabe:               <Datum, 1-2 Wochen>
VI.   Anwaltskostenerstattung:        <EUR (Gegenstandswert / Geschäftsgebühr)>

Hinweis: Bei modifizierter Annahme bitte Modifikation begründen.
Bei Nichtannahme: einstweilige Verfügung / Klage.

Risiken / typische Fehler

  • Unterlassungserklärung zu weit verlangt — Verstoß gegen Verhältnismäßigkeit, Risiko Gegenforderung.
  • Bekannte Marke ohne Begründung der Bekanntheit — § 14 Abs. 2 Nr. 3 setzt diese voraus.
  • Doppelidentität bei ähnlichen Waren behauptet — Nr. 1 verlangt strenge Identität.
  • Frist zu kurz (< 1 Woche) → kein Verzug, kein Kostenerstattungsanspruch.
  • Unberechtigte Schutzrechtsverwarnung — wenn Marke nicht stark genug, eigene Haftung.
  • Verjährung nicht geprüft — § 20 MarkenG i.V.m. §§ 195, 199 BGB.
  • Benutzungspflicht § 25 nicht erfüllt — Marke löschungsreif, Abmahnung wertlos.

Signals

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5
Last commit
Aug 2026
Advanced
Catalog kind
skill
Gateway key
markenrechtsverletzung-abmahnung
Source
github.com/borghei/ai-skills-german-law