Zahlungsauslösedienst (PIS) nach ZAG und PSD2

SkillCommerce & finance

For the payment initiation service (PIS) under ZAG and PSD2: maps the regulation, burden of proof, and counterarguments; result: a review product with risk and next step.

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Arbeitsweg

  • Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
  • Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
  • Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
  • Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.

Worum es geht

Prüft Zahlungsauslösedienste (Payment Initiation Services, PIS) nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 ZAG und Art. 66 PSD2. Er deckt die Erlaubnisanforderungen, die starke Kundenauthentifizierung (SCA), die Haftungskette zwischen PIS-Provider und kontoführender Bank sowie die technischen Schnittstellenanforderungen nach der RTS-SCA (Delegierte VO 2018/389) ab.

Kernnormen

  • § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 ZAG – Definition Zahlungsauslösedienst: Dienst zur Auslösung eines Zahlungsauftrags auf Veranlassung des Zahlungsdienstnutzers vom Zahlungskonto bei einem anderen Zahlungsdienstleister
  • § 10 ZAG – Erlaubnispflicht; Anfangskapital für PIS nach § 17 ZAG: 50 TEUR (alternativ Berufshaftpflichtversicherung nach § 16 Abs. 3 ZAG)
  • § 49 ZAG – Pflichten und Rechte des kontoführenden Zahlungsdienstleisters gegenüber PIS-Providern: Schnittstellenbereitstellung, Nicht-Diskriminierung, Authentifizierungs-Weiterleitung
  • § 55 ZAG – Anmeldepflichten des PIS-Providers; Registrierung im BaFin-Zahlungsinstituts-Register
  • § 46 ZAG – Starke Kundenauthentifizierung (SCA): Pflicht zur SCA bei elektronischen Zahlungsvorgängen; Ausnahmen nach RTS-SCA Art. 10–18
  • § 27 ZAG – Haftung des PIS-Providers: bei nicht autorisierten Zahlungen Haftung gegenüber kontoführender Bank; Regress bei Verschulden des PIS-Providers
  • Art. 66 PSD2 (Richtlinie 2015/2366) – Rechte des Zahlungsauslösedienstleisters: Zugang zum Zahlungskonto, Informationspflichten, Authentifizierungsweiterleitung, Verbot Speicherung von Zahlungsdaten
  • Delegierte VO 2018/389 (RTS-SCA) – technische Standards für SCA und sichere Kommunikation: Art. 4 SCA-Elemente, Art. 10–18 SCA-Ausnahmen, Art. 19–32 sichere Kommunikation (API/Fallback-Interface), Art. 33–36 dedizierte Schnittstelle

Prüfschritte

  1. Dienst-Klassifikation (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 ZAG): Löst der Dienst tatsächlich einen Zahlungsauftrag aus (nicht nur Weiterleitung), vom Konto bei einem Dritten?
  2. Erlaubnis (§ 10 ZAG): Anfangskapital 50 TEUR oder Berufshaftpflichtversicherung (Deckungssumme nach EBA-Orientierung 0,5 Mio. Euro pro Schaden, 1 Mio. Euro pro Jahr).
  3. SCA-Pflicht (§ 46 ZAG, RTS-SCA Art. 4): Prüfe ob Ausnahme greift (geringer Betrag Art. 16, vertrauenswürdige Empfänger Art. 13, Unternehmenstransaktionen Art. 17).
  4. Schnittstellenrecht (§ 49 ZAG, RTS-SCA Art. 30): Kontoführer muss API bereitstellen; Fallback nur wenn dedizierte Schnittstelle nicht verfügbar.
  5. Haftungskette (§ 27 ZAG): PIS-Provider haftet unmittelbar bei Verschulden; Beweislast: Kontoführer muss Autorisierung nachweisen (§ 675w BGB).
  6. Informationspflichten (Art. 66 Abs. 3 PSD2): Transaktionsreferenz, Betrag, Empfänger; keine Speicherung von Authentifizierungsdaten.
  7. Registrierung (§ 55 ZAG): Eintragung im BaFin-Zahlungsinstituts-Register; Passporting in andere EWR-Staaten via § 38 ZAG-Notifizierung.

Typische Fallkonstellationen

  • E-Commerce-Händler integriert PIS-API: § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 ZAG Erlaubnispflicht des PIS-Providers; Händler selbst erlaubnisfrei
  • Bank verweigert API-Zugang: § 49 ZAG Diskriminierungsverbot; EBA-Beschwerdeverfahren; RTS-SCA Art. 33 Qualitätsanforderungen
  • SCA-Ausnahme für Dauerauftrag: RTS-SCA Art. 14 (wiederkehrende Transaktionen gleicher Betrag/Empfänger); Erstauslösung mit SCA
  • Unbefugter Zahlungsvorgang über PIS: § 27 ZAG Haftung PIS; § 675u BGB Erstattungsanspruch Zahler gegen Kontoführer; Regress
  • Cross-Border-Betrieb (Deutschland + Frankreich): § 38 ZAG Notifizierung; RTS-SCA einheitlich anwendbar im EWR

Signals

GitHub stars
2k
Forks
211
Last commit
Sep 2026
Advanced
Item type
skill
Key
zag-zahlungsausloesedienst-pis
Source
github.com/klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht